Donnerstag 14 November 2019
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Zeitzeuge, Kategorie: history
Kategorie: history
erstellt: 2019-04-10 von: zeitzeuge

Wostok 1, Apollo 13, Columbia - wem sagen die Namen heute noch etwas? Alle drei Raumflüge schrieben jeweils am 11-12. April Geschichte. Vor genau 58 Jahren flog der Russe Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Er umkreiste 1 Mal die Erde und landete nach 100 Minuten in der russischen Steppe. Die Sowjetunion hatte damit im Kampf um den Weltraum die Amerikaner zunächst überholt. Der US-Astronaut Alan Shepard flog einen Monat später den ersten Balistikflug mit Mercury 3, aber das war noch keine Erdumrundung. Die Welt starrte gebannt auf Moskau: ein geheimnsivoller Konstruktuer schien dort die besseren Raketen entwickeln zu können, als der Deutschamerikaner Wernher von Braun. Gagarin kam bedauerlicherweise 1968 während eines Testfluges ums Leben.

Genau neun Jahre nach Gagarin wurde die Welt Zeuge des legendären Apollo 13 Fluges. Es sollte das dritte Mondlandeunternehmen werden. Kommenadant von Apollo 13 war der erfahrene Weltraumveteran Jim Lovell, der seinen vierten Weltraumflug absolvierte. Das Rumschiff hatt Kurs auf den Erdtrabanten genommen, da passierte das Unheil. Ein Sauerstofftank im Vesrorgungsteil explodierte, das Raumschiff wurde sofort manovrierunfähig und schatete den Betrieb ab. Die Astronauten retteten sich in die Mondfähre, die ihnen für einige Tage Schutz gewährte. Das Problem war, dass sie nur zwei Personen Platz bot. Lovells Co-Piloten Jack Swigart und Fred Haise verloren die Fassung, wurden krank - der Kommandant aber behielt die Nerven und benutzte die intakten Triebwerke des Lunarmoduls, um Apollo 13 nach einer Mondumkreisung Richtung Erde zu katapultieren. Mit viel Glück erreichten die drei Astronauten ihrr Zuhause. Lovell feierte vor kurzem seinen 91. Geburtstag. Er war übrigens Co-Pilot von Apollo 8, dass vor 50 Jahren als erstes Raumschiff zum Mond flog.

Genau zwanzig Jahre nach Gagarins Flug, starteten die USA zum ersten Mal ihre Weltraumfähre - den Shuttle Columbia - ins All. Das Raumschiff bot acht Astronauten Platz. Insgesamt bauten die USA fünf solche Fähren, von denen sie zwei durch Katastrophen verloren (1986, 2003). John Young war der erste Testpilot des Jungfernflugs der Columbia. Es war sein fünfter Weltraumsflug, nachdem er mit Apollo 10 den Mond umkreist und mit Apollo 16 den Erdtrabanten betreten hatte. Die Weltraumfähren waren Ameikas grosser Erfolg in den 80er und 90er Jahren. Sie brachten regelmäßig Astronautencrews zur Internationalen Weltraumstation. Young verstarb kürzlich.

Der Kampf um die Eoberung des Weltraums geht, nach einer längeren Pause, weiter. Die USA wollen 2028 auf dem Erdtrabanten wieder landen, die Russen noch früher. Kokurrenz bekommen die beiden Weltraummächte von den Chinesen, die inzwischen ihr ambitioniertes Weltraumprogramm aufgebaut haben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Chinesen im Geheimen ihre Mondlandung schon in kürzester Zeit planen. Und die USA haben soeben erkärt, sie würden eine Streitmacht von 10.000 Mann aufstellen, die für den Krieg vom Weltraum aus verantwortlich sein würde. Die Europäer hingegen sind nur an einer wissenschaftlichen Erkundung des Weltraums interessiert, sind bereit, für Forschung vielGeld auszugeben.

In vier Monaten, am 21. Juli, wird die Welt den 50. Jahrestag der ersten Landung von Menschen auf dem Mond begehen. Neil Armstrong ist leider tot, der zweite Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin, erfreut sich, trotz seiner 80 Jahren, bester Gesundheit. Die Weltgemeinschaft sollte an diesem Tag inne halten und sich an das wissenschaftlich-technisch größte Ereigniss der Menschheitsgeschichte erinnern.              

Kommentare
2019-04-15 00:58
Dieses freundliche Gesicht strahlte mich erstmals aus unserem DDR-Bezirksblatt „Freiheit“ an. Ich kann mich an Bilder erinnern, die Gagarin privat mit seinen Kindern zeigten. Es war ungewöhnlich, das Privatleben eines Militärs so ungezwungen präsentiert zu bekommen. Er war ja nicht nur Kosmonaut, sondern immerhin auch Offizier der sowjetischen Luftwaffe. Der erste Mann im Kosmos – ich war damals noch nicht auf der Welt, aber für meinen Vater, der sich sehr für Raumfahrt interessierte, war Gagarin ein Held. Wie es zu dem tragischen Flugzeug-Absturz kam, der ihn mit nur 34 Jahren aus dem Leben riss, ist ja bis heute nicht genau geklärt. Ihm wird das Zitat zugeschrieben: „Ich war im Himmel und habe mich genau umgesehen. Es gab keine Spur von Gott“. Vielleicht sieht er ihn jetzt doch.
2019-04-14 18:53
Gagarin bestach auch im Westen durch seine Sympathie. Er war der Kosmonaut mit dem lächelnden Gesicht. Nicht nur als Raumfahrer, sondern auch als einfacher Mensch war er ein Imagegewinn für die Sowjetunion, die den USA im Kosmos damals überlegen war. Beim Internationalen Astronautischen Kongress 2010 würdigte auch der ESA-Chef Jean-Jacques Dordain die Leistung Gagarins und der sowjetischen Ingenieure mit den Worten: "Seine Tat gehört zur Geschichte der Menschheit und der Kosmonautik. Es ist gut, dass der 12. April nicht mehr nur in Russland gefeiert wird, sondern dass man ihn jetzt auf der ganzen Welt begeht. Das beweist, dass Gagarin nicht mehr nur als Sowjetbürger, sondern als Bürger des Planeten Erde gesehen wird. Der Weltraum und besonders die bemannte Raumfahrt wurden zur Triebkraft für eine spezifische Vision, die besagt, dass unsere Zukunft in der Globalität liegt. In den nächsten 50 Jahren wird die Zusammenarbeit wachsen und wir werden gemeinsam den Mond oder Mars erkunden..." Jetzt sieht es eher danach aus, als sei die Raumfahrt wie vor 50/60 Jahren wieder bloß ein nationales Prestigeprojekt der Supermächte. Und die USA setzen wie immer noch einen drauf und wollen den Kosmos zu einem neuen militärischen Schlachtfeld umfunktionieren. Auf dem Mond war seit 1972 niemand mehr. Bevor die bemannte Raumfahrt dort nicht wieder angeschlossen hat, halte ich die neuen kosmischen Planspiele für reine Utopie. Derzeit gibt es nur eine Nation, die die bemannte Raumfahrt zu Forschungszwecken möglich macht. Das ist Russland, von dessen Kosmodrom Baikonur in Kasachstan regelmäßig bemannte Flüge zur internationalen Raumstation ISS stattfinden.
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