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Zeitzeuge, Kategorie: news
Kategorie: news
erstellt: 2019-07-16 von: zeitzeuge

50 Jahre her startete die Mondrakete Apollo 11 mit drei Astronauten an Bord. Das gesamte amerikanische Weltraumprogramm der Jahre 1961-69 war darauf ausgerichtet, einen US-Amerikaner vor den Russen auf den Erdtrabanten zu bringen. Apollo 11 war der einundzwanzigste bemannte US-Flug ins All. Die Sowjetunion hatte bis dahin nur ein Dutzend bemannte Raumflüge hinter sich und war zu diesem Zeitpunkt im Wettlauf zum Mond abgeschlagen. Zwar wurde die Landung auf dem Mond vom sowjetischen Fernsehen nicht life übertragen, doch die sowjetischen Kosmonauten zollten ihren amerikanischen Kollegen großen Respekt. Nur Jahren nach Apoolo 11 sollte es zur großen Versöhnung im All kommen, als ein Apollo-Raumschiff im Orbit über der Elbe, wo sich amerikanische und sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg beim Sieg gegen Hitler-Deutschland trafen, an eine Sojuz-Kapsel andockte. Beim Apollo 11 Mondlandeunternehmen betrat Kommandant Neil Armstrong als erster den Erdtrabanten. Sein Copilot Buzz Aldrin folgte ihm aus der Mondlandefähre wenige Minuten später. Aldrin könnte nie überwinden, nur Zweiter auf dem Mond gewesen zu sein. Mike Collins umkreiste derweilen in der Kommandokapsel einsam den Mond. Nach Apollo 11 schickten die Amerikaner noch sechs weitere Raumschiffe zum Mond, von denen fünf erfolgreich landeten. Insgesamt spazierten in drei Jahren zwölf Amerikaner auf dem Mond, danach wurde das kostspielige Weltraumprojekt eingestellt. Die NASA konzentrierte sich auf den Bau einer Weltraumstation im Erdorbit. Drei der Mondfahrer durften dann am neuen Programm mitwirken; Armstrong und Aldrin flogen nach Apollo 11 nie mehr ins All. 

Heute ist Apollo 11 längst Geschichte. An die Namen der damaligen Astronauten und Kosmonauten, an ihre Leistungen, können sich die heutigen Generationen nicht mehr erinnern. Im SPIEGEl erschien zum 50. Jahrestag der Mondlandung ein eckeliger Artikel, der das Apollo 11 Abenteuer als Beihnane-Katastrophe zu verunglimpflichen versuchte. Aber schon in Bälde sollen Menschen wieder zum Mond fliegen. Der Erdtrabant soll ständig bemannte Mondstationen erhalten. Die Amerikaner planen dort eine Abschussrampe für eine bemannte Rakete zum Mars zu bauen. Die niedrigere Gravitation auf dem Mond würde es erlauben, eine solche Rakete mit weniger Schubkraft als von der Erde aus ins All zu schießen. Die Menschheit steht vor einem zweiten Wettlauf zum Mond. Welche Nation wird ihn - ein halbes Jahrhundert nach Armstrong - zuerst betreten? Die USA sind zuversichtlich, dass nur Ihnen diese Meisterleistung gelingen wird. Die NASA sagt, dass diesmal eine Frau den Mond betreten soll. Aber auch die Russen planen die Mondlandung, nicht zu vergessen die Chinesen, Inder und Japaner. Es wäre keine Überraschung, wenn die Asiaten diesmal die Nase vorne haben werden. Man kann sicher davon ausgehen, dass China schon in kurzer Zeit Menschen auf den Mond schicken wird, um, neben der US-Flagge, die an sechs Stellen in Mondgestein seit 50 Jahren steckt, eine chinesische zu platzieren.

Mit Hilfe der neuesten technologischen Möglichkeiten und großer Arbeitserfahrung im Weltraum, wird es für die Weltraumnationen nicht so schwierig werden, Mondstationen auf dem Trabanten zu errichten. Die jetzigen Kinder unter den Erdbewohnern werden die Möglichkeit bekommen, entweder als Wissenschaftler oder als Touristen den Mond zu besuchen und von dort einen sagenhaften Blick auf die Erde zu werfen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, wann der Mensch vom Mond aus den Weiterflug zum Mars antreten kann. 

Kommentare
2019-07-20 10:12
Amundsen und Scott bei ihrem legendären Wettlauf zum Südpol, Spanien und England in ihrem Ringen um das Beherrschen der Weltmeere, das Kopf- and Kopf-Rennen Deutschlands und der USA bei der verhängnisvollen Entwicklung der Atomwaffe, die USA und die Sowjetunion bei ihren Kräftemessen um die Vormachtstellung im Kosmos, um nur einige zu nennen. Sämtliche Fortschritte und Quantensprünge bei technischen und auch menschlichen Höchstleistungen sind durch Wettbewerb entstanden, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Punktuelle Kooperationen zwischen auch nicht befreundeten Staaten wird es sicher geben, dann aber aus pekuniären und nicht aus politischen Gründen. Die realen technischen Möglichkeiten, irgendwann einmal Mond- oder Marsstationen zu errichten und bemannte Flüge dorthin zu unternehmen, kann ich als Outsider nicht einschätzen. Dennoch halte ich solche Projekte eher für Prestige-Abenteuer ohne nachhaltigen Nutzen, an die nur dann herangegangen wird, wenn auch Geld da ist. Von Vorrang ist in diesen Tagen die Lösung unserer irdischen Probleme. Wir werden vor ihnen nicht in den Weltraum flüchten.
2019-07-18 22:13
Die Raumfahrt wäre doch ein Feld, auf dem sich sämtliche Nationen zusammentun und ihre Erfahrungen und Fähigkeiten bündeln könnten. Die ISS oder MKS ist doch das beste Beispiel dafür. Hier fliegen amerikanische und russische Kosmonauten gemeinsam ins All, um fernab der Erde wissenschaftliche Experimente durchzuführen und verstehen sich dabei offenbar blendend. Warum können Russen, Amerikaner, Chinesen oder Europäer nicht gemeinsam ein neues Mondprojekt starten? Wozu muss immer diese Konkurrenzsituation geschaffen werden, in der es darum geht, wer der Erste ist? Selbst im tiefsten kalten Krieg waren es Astronauten, die, wie Sie oben über das Andockmanöver Apollo – Sojuz schreiben, ein wenig Frieden gebracht haben. Daran sollten die heutigen Raumfahrtnationen wieder anknüpfen. Die Erkundung des Weltalls ist kein Tummelplatz für nationale Profilierung, sondern eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Menschheit!
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